Meine Mud Master Vorbereitung – Warum das Kampfsporttraining sehr hilfreich war

Kampfsport, Training, Kettlebell, Bootcamp, Kickboxen, Fitness4MMA

 

Vorbereitung auf den Mud Masterlauf 2017 für 18k

Ein kleiner Blogeintrag zu meiner Vorbereitung auf den jährlichen Mud Masterlauf in Weeze für das Jahr 2017.

Wie in den letzten Jahren, entschloss ich mich im Jahr 2016 am nächsten obstacle run mit unserem Team auf dem Flughafengelände Düsseldorf Weeze teilzunehmen.
Der Mud Masterrun ist wie so viele Hindernisläufe von einem Marine entwickelt. Es gilt je nach Laufdistanz eine unterschiedlich hohe Anzahl an Hindernissen zu überwinden (Bsp. 18k | ca. 45 Hindernisse). Angefangen vom Überspringen von Heuballen bis hin zu vertikalen ca. 3 m hohen Wänden, die überwunden werden müssen oder „Der Sizzler“, der vor dem Ziel nochmal für „Hochspannung“ sorgt. Der komplette Lauf ist ein Teamlauf. Keiner wird zurückgelassen, jeder hilft jedem. Dies ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert, die man mal machen sollte.
Wir reisen jedes Jahr in einem Team aus 2-5 Männern an und genießen den Lauf immer wieder aufs Neue. Es werden verschiedene Startzeiten mit verschiedenen Distanzen vorher durch den Veranstalter festgelegt, somit kommt es nicht zu einem komplett Start aller Teilnehmer, der eine hohe Wartezeit an den Hindernissen zur Folge haben würde. Jedoch muss ich an dieser Stelle sagen, dass dies im Jahr 2016 nicht gewährleistet war und wir mussten doch hin und wieder bis zu ca. 10 Minuten warten, was dem Spaß keinen Abbruch getan hat.

Warum ich mir überlegte, dass Studio zu wechseln!

Da ich im letzten Jahr (2016) eine sehr gute Kondition besaß, allerdings meine Kraft ab und an hätte etwas größer sein können entschied ich mich, im Fitnessstudio nur noch Kraft- Ausdauerkurse zu belegen.
Gesagt getan. Ich ging somit 3-4 mal in der Woche zum Sport und besuchte die Kurse.
Am Anfang war meine Motivation extrem hoch, da ich ja beim nächsten Lauf (2017) insgesamt besser vorbereitet sein wollte. Was mir allerdings irgendwann fehlte war die Motivation durch einen Trainer oder Trainingskollegen.
Im Fitnessstudio stand ich häufig alleine in den Kursen, da die Kurse automatisiert an einer großen Bildschirmwand abliefen, achtete keiner auf die Ausführung der Übungen und selbst wenn ich nicht alleine trainierte, motivierten die Kursteilnehmer sich selten untereinander. Somit ging meine Motivation, stetig bergab. Ich überlegte mir, dass ich nach ca. 7 Jahren das Fitnessstudio wechseln und Sporttechnisch was anders auszuprobieren sollte, da es viele andere Sportarten gibt, die einen auf so einen Hindernislauf gut vorbereiten.

Wie ich zum Lifestyle Gym kam!

Es bestand allerdings das Problem, dass auf dem Markt viele Fitnessstudios und Sportschulen vorhanden sind, und die Entscheidung somit einem nicht so einfach fällt. Ende des Jahres 2016 war mir bewußt, dass ich unbedingt eine Kampfsportart lernen bzw. zur Vorbereitung auf den Mud Masterrun 2017 nutzen möchte. Durch Zufall unterhielt ich mich mit einem Bekannten auf einem Geburtstag über meine Pläne und das ich eine Sportschule suche, die nicht nur gut ausgebildete, motivierte Trainer hat, eine familiäre Atmosphäre bietet, sondern auch nette Mitglieder besitzt.
Er erzählte mir vom Lifestyle Gym in Mülheim und das er als er noch sportlich aktiv war, sich dort sehr wohl fühlte.
Somit entschloss ich mich im Januar 2017 die Sportschule mir anzusehen bzw. ein Probetraining zu absolvieren. Nachdem ich Kontakt mit Jean-Claude Capanna (Inhaber/ Trainer) aufnahm, lud er mich sofort ein mir das Training anzusehen resp. an diesem teilzunehmen, um festzustellen ob Kickboxen (eine der Kampfsportart die er anbietet) was für mich ist.
Nach ein paar absolvierten Trainingseinheiten, merkte ich sehr schnell, dass ich Kickboxen in dieser Sportschule erlernen und trainieren möchte.
Jean-Claude (JC) achtete auf die Ausführung der Technik, der Übungen und motivierte einen steht’s durchzuhalten, wenn der Körper anfing Schwäche zu zeigen. Ich ging fortan zwischen 2-4 mal die Woche zum Sport und besuchte nicht nur das von ihm angebotene Kickboxtraining sondern auch Kurse wie Fitness4MMA oder das Bootcamp.

Das Kampfsporttraining!

Meine Motivation war wieder in Gänze vorhanden. Das Kickboxen stärkte nicht nur meine Kraft-Ausdauer, sondern auch meine Koordinationsfähigkeit. Beim Mud Masterrun muss der Körper bei manchen Hindernissen genau diese Fähigkeiten besitzen, da nicht nur die reine Kraft hier eine Rolle spielt.
Am Ende eines Kickboxstrainigs stehen noch bis zu 15 Minuten Bauchübung an. Das sind absolut nicht meine Übungen und ich konnte mich erfolgreich vorher davor drücken. Hier ging das allerdings gar nicht. Ich bin nicht alleine in dem Kurs und alle machen mit. Jeder supportet, wenn man nicht mehr kann, den anderen. Vorweg JC, der immer wieder alle Trainingskollegen/ innen, motiviert und anspornt nicht aufzugeben.
Eines meiner Lieblingstrainings ist das Training am Sandsack. Hier kann ich gut abschalten und einfach die Schläge, Kicks ausführen, wie es mir beliebt. Sehr viel Spaß macht es auch zu 3. oder zu 4. am Sandsack zu stehen. Es gilt 16 Runden (4 Trainingspartner) oder bei Bedarf 32 Runden, für einen der 3 Trainingspartner durchzuhalten. Jede Runde erstreckt sich über 1 Minute. Danach stehen 10 Sekunden Pause an, ein Wechsel der Trainierenden am Sandsack und weiter geht’s. Das Training stärkt nicht nur die Ausdauer, Fitness, sondern ebenfalls die mentale Stärke, da irgendwann die Schultern anfangen zu brennen, aber du noch meistens 10 Runden vor dir hast und trotzdem Aufgeben keine Option darstellt. Die Trainingskollegen und JC pushen einen jedes Mal, bzw. wir uns untereinander.
Dies ist mit das Wichtigste, was du für den Mud Masterrun benötigst. Mentale Power, den Willen nicht aufzugeben und ein Team, das sich untereinander unterstützt, da Aufgeben KEINE Option darstellt und 18k mit ca. 45 Hindernissen einen an seine körperlichen Grenzen bringt.

Mud Master 2017!

Es kam somit der final day (06.05.2017). Ich fühlte mich mental sehr fit und auch ausdauertechnisch soweit gut vorbereitet, da ich zur Sportschule zusätzlich Lauftraining einbaute.
Allerdings ging es mir wie jedes Mal vor dem Mud Masterrun, ich hatte schlicht weg kein Bock.
Aber wie gesagt, Aufgeben stellt keine Option dar. Somit fuhr ich diesmal mit meinem besten Kumpel nach Weeze.
Dort angekommen stieg die Aufregung in mir. Mir wurde noch mehr bewusst, dass es gleich losgeht und 18k mit ca. 45 Hindernissen auf mich warten.
Das Gelände war voll mit motivierten Sportlern die alle richtig Bock hatten den Lauf (egal welche Distanz) zu rocken. Die Aufregung wandelte sich langsam aber sicher eher in Motivation um, alles zu geben und den Lauf besser zu absolvieren als im Jahr 2016.
Wir haben damals unter anderem durch Wartezeiten ca. 4 Stunden gebraucht. Dieses Jahr wollte ich die Zeit unterbieten. Mein bester Kollege war soweit auch fit um den Lauf gut abzuschließen.
10:40 Uhr gab es die Durchsage, dass die Gruppe Echo, Startzeit 10:50 Uhr sich zum Start begeben sollte. Es ging also los. 10 Minuten Warm-up indem alle Teilnehmer der Gruppe mitmachten und sich gegenseitig schon im Vorfeld puschten. 10:50 Uhr der Startschuss, ok kein Zurück, gib alles und es wird nicht aufgegeben, sagte ich zu mir.
Die ersten Hindernisse und Kilometer gingen sehr schnell vorbei. Kein Warten an den einzelnen Herausforderungen und ein ungebrochener Teamgeist der Teilnehmer, egal welchen Alters, Geschlecht oder Nationalität.
Wir kamen sehr gut voran, bis ca Kilometer 15. Man glaubt es kaum aber auf einmal gab es bei meinem Kollegen und mir das Gefühl, dass wir die letzten 3k kaum durchhalten können. Keine Ahnung wie und woher das Gefühl kam, aber es war auf einmal da. Jedoch wurde uns schnell klar, dass wir durchhalten müssen und nicht aufgeben werden.
Wir supporteten uns gegenseitig indem wir uns klar machten, dass die ganze Arbeit, die auf den hinter uns gelassenen Kilometern nicht umsonst gewesen sein darf, dass wir nicht aufgeben und den Rest auch noch rocken werden. Langsam aber sicher kam die Motivation wieder und wir liefen mental gestärkt weiter.
Kurz vorm Ziel eine letztes Hindernis „Der Sizzler“. Hierbei handelt es sich um ein Hindernis, welches mit Strom gespeist wird (Weidezaun ähnlich) und wirklich nicht angenehm ist. Jeder Teilnehmer hat allerdings die Wahl eine „Chickenroute“ zu nehmen, die ohne Strom auskommt.
Wir kamen an dem Hindernis an, sahen uns an und wir wussten AUFGEBEN IST KEINE OPTION, also durch das Hindernis hindurch. Mich erwischten ein paar Stromstöße und ich war mal wieder überrascht, dass die Muskeln in dieser Sekunde machen was sie wollen. Hindernis geschafft und ab durchs Ziel.
Wir waren so begeistert und glücklich, dass wir einfach durchgehalten, nicht aufgegeben, Kampfgeist gezeigt haben und nicht eingeknickt sind. Dieses Gefühl ist durch nichts zu ersetzten. Zusätzlich zu diesem Gefühl kam eine Gesamtzeit von ca. 3 Stunden, die wir brauchten. Besser geht’s nicht.

Das Fazit!

Ich kann nur sagen, Mud Masterrun 2018 ist schon gebucht und wird diesmal zu dritt gerockt. Ich werde mich wieder durch Kampfsporttraining, Bootcamp, Kettlebell und Laufeinheiten vorbereiten.
Man sollte immer an sich glauben und sich von niemandem einreden lassen, dass irgendwas nicht machbar ist!

In diesem Sinne stay tuned!

Vielen Dank an Philipp Schulz für diesen tollen Bericht.

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